Gustav Flaubert - Madame Bovary
Manche Menschen scheitern nicht am Leben.
Sie scheitern an ihren Vorstellungen vom Leben.
Madame Bovary von Gustave Flaubert erzählt die Geschichte von Emma Bovary, die sich ein anderes, schöneres, leidenschaftlicheres Leben wünscht als das, das sie tatsächlich führt.
Sie liest Romane, träumt von großen Gefühlen, von Eleganz, von einem aufregenden Leben – und findet sich stattdessen in einer Ehe, in einem kleinen Ort, in einem ruhigen, unspektakulären Alltag wieder.
Und je größer die Differenz zwischen Vorstellung und Wirklichkeit wird, desto unzufriedener wird sie mit ihrem eigenen Leben.
Das Besondere an diesem Roman ist, dass Flaubert Emma weder verurteilt noch rettet.
Er beschreibt sehr genau, wie gefährlich Vorstellungen sein können, wenn sie stärker werden als die Realität, in der man lebt.
Beim Lesen merkt man, dass dieses Buch nicht nur von Emma Bovary handelt.
Es handelt von einem sehr allgemeinen Problem:
Dass Menschen nicht nur an der Realität leiden, sondern oft an dem Leben, das sie gern gehabt hätten.
Und dass Unzufriedenheit manchmal nicht daraus entsteht, dass das Leben schlecht ist – sondern daraus, dass man ein anderes Leben erwartet hat.
Diese Lesespur folgt genau dieser Spannung:
zwischen dem Leben, das man sich vorstellt, und dem Leben, das man tatsächlich führt.
📚 Beiträge zu diesem Buch
(folgen, sobald Essays entstehen)
🏷 Tags
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📂 Einordnung im Regal
5 - Leben