Colm Toíbín - Brooklyn


Manche Entscheidungen verändern ein ganzes Leben,
auch wenn sie sich im Moment sehr klein anfühlen.

Brooklyn von Colm Tóibín erzählt von einer jungen Frau aus einem kleinen irischen Ort, die in den 1950er Jahren nach Amerika auswandert, weil es zu Hause keine Arbeit und keine wirkliche Zukunft für sie gibt. In Brooklyn findet sie Arbeit, Freunde, Liebe – und baut sich langsam ein neues Leben auf. Doch als sie noch einmal in ihre Heimat zurückkehrt, merkt sie, dass ein Mensch plötzlich zwei Leben haben kann, zwischen denen er sich entscheiden muss.

Es passiert nicht viel in diesem Buch.
Sie arbeitet.
Sie schreibt Briefe.
Sie lernt Menschen kennen.
Sie verliebt sich.
Sie fährt nach Hause.
Und plötzlich steht ihr Leben an einer Kreuzung.

Beim Lesen merkt man, dass dieses Buch nicht von Auswanderung handelt, sondern von etwas anderem:
Davon, dass man manchmal ein Leben verlässt, ohne sicher zu sein, ob man wirklich ein neues beginnen kann.
Und davon, dass man irgendwann entscheiden muss, wo man hingehört – oder wer man geworden ist.

Eilis ist keine Heldin.
Sie ist kein rebellischer Mensch.
Sie ist eher vorsichtig, still, angepasst.
Und gerade deshalb ist ihre Entscheidung am Ende so groß, weil sie ihr eigenes Leben wählen muss.

Dieses Buch gehört zu den Büchern über Weggehen aus der Herkunft.
Über Menschen, die nicht fliehen, sondern gehen, weil sie irgendwo anders ein Leben aufbauen müssen.
Und die dabei merken, dass man seine Herkunft nie ganz verlässt.

Diese Lesespur folgt genau dieser Bewegung:
Wie baut man sich ein eigenes Leben,
wenn man zwischen zwei Welten steht?

Leitfrage

Kann man ein neues Leben anfangen, ohne das alte zu verlieren?

📚 Beiträge zu diesem Buch

(folgen, sobald Essays entstehen)

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🏷 Tags

#Brooklyn #ColmTóibín #Auswanderung #Herkunft #Neuanfang #ZwischenZweiWelten #Identität #Heimat

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2 – Ich und die Welt