Christa Wolf - Kindheitsmuster
Manchmal versteht man seine Kindheit erst, wenn man lange erwachsen ist.
Kindheitsmuster von Christa Wolf ist kein Roman im üblichen Sinn. Die Erzählerin reist mit ihrer Tochter in die Stadt ihrer Kindheit zurück, die nach dem Krieg zu Polen gehört, und erinnert sich an ihre Kindheit im Nationalsozialismus. Während der Reise versucht sie zu verstehen, wer sie als Kind war, was sie gesehen hat, was sie gewusst hat, und was man später vielleicht nicht mehr wissen wollte.
Es passiert nicht viel in diesem Buch.
Eine Reise. Erinnerungen. Kindheit. Krieg. Schule. Familie. Angst.
Anpassung. Wegsehen. Erinnern.
Beim Lesen merkt man, dass dieses Buch nicht nur von einer Kindheit handelt, sondern von Erinnerung.
Davon, wie ein Mensch versucht, ehrlich auf seine eigene Vergangenheit zu schauen.
Davon, dass Erinnerung nicht einfach da ist, sondern dass man sie suchen muss.
Und davon, dass man sich selbst nicht immer sympathisch ist, wenn man sich erinnert.
Dieses Buch ist sehr ruhig, sehr genau und sehr ehrlich.
Es fragt nicht: Was ist passiert?
Sondern: Wie war ich damals? Und warum?
Dieses Buch gehört zu den Büchern über Herkunft und Familie.
Und zu den Büchern über Krieg → Nachkrieg → Kinder.
Und zu den Büchern über die Frage, wie Vergangenheit in einem Menschen weiterlebt.
Diese Lesespur folgt genau dieser Bewegung:
Nicht, was wir erinnern,
sondern wie wir uns erinnern und was wir dabei über uns selbst lernen.
Leitfrage
Kann man seine eigene Vergangenheit wirklich verstehen?
📚 Beiträge zu diesem Buch
(folgen, sobald Essays entstehen)
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🏷 Tags
#Kindheitsmuster #ChristaWolf #Kindheit #Erinnerung #Krieg #Nachkrieg #Herkunft #Vergangenheit #Identität
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2 – Ich und die Welt