Bäume (Kigi) – Aya Kōda
Manche Menschen reisen weit,
andere schauen ein Leben lang denselben Baum an.
Bäume (Kigi) von Aya Kōda ist kein Roman im klassischen Sinn, sondern eine Sammlung von Texten über Bäume, Landschaft, Jahreszeiten, Wetter, Licht, Wind und Beobachtung. Die Autorin beschreibt einzelne Bäume, ihre Formen, ihre Bewegungen, ihre Umgebung, ihre Veränderung im Laufe der Zeit.
Beim Lesen passiert scheinbar sehr wenig.
Jemand geht spazieren.
Jemand schaut Bäume an.
Jemand erinnert sich.
Jemand beschreibt sehr genau, was er sieht.
Und langsam merkt man, dass dieses Buch nicht von Bäumen handelt, sondern vom Sehen, von Aufmerksamkeit und davon, wie ein Mensch in der Welt lebt, wenn er nicht ständig etwas erreichen will, sondern einfach schaut.
Die Bäume werden in diesem Buch zu etwas wie Gegenübern.
Sie stehen länger als ein Menschenleben.
Sie verändern sich langsam.
Sie sind still.
Sie wachsen, ohne zu reden.
Sie sind einfach da.
Dieses Buch gehört zu den Büchern über Aufmerksamkeit, Natur, Zeit und stille Existenz.
Zu den Büchern, die zeigen, dass ein Leben auch daraus bestehen kann, sehr genau hinzusehen.
Diese Lesespur folgt genau dieser Bewegung:
Nicht, wie ein Mensch die Welt verändert,
sondern wie ein Mensch lernt, die Welt zu sehen.
Leitfrage
Was sieht ein Mensch, der lange genug an einem Ort bleibt und hinschaut?
📚 Beiträge zu diesem Buch
(folgen, sobald Essays entstehen)
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🏷 Tags
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2 – Ich und die Welt