Wenn Töchter erwachsen werden – Lisa Damour
Buchdaten

Titel: Wenn Töchter erwachsen werden
Autorin: Lisa Damour
Genre: Psychologie · Entwicklungspsychologie · Elternschaft
Worum geht es?
Lisa Damour beschäftigt sich mit der Entwicklung von Mädchen auf dem Weg von der Kindheit ins Erwachsenenleben.
Im Mittelpunkt stehen die Veränderungen, die während der Pubertät und Adoleszenz stattfinden.
Töchter lösen sich stärker von ihren Eltern.
Freundschaften gewinnen an Bedeutung.
Gefühle können intensiver werden.
Der eigene Körper verändert sich.
Fragen nach Identität, Selbstständigkeit, Zugehörigkeit und Beziehungen treten stärker in den Vordergrund.
Damour richtet den Blick dabei nicht nur auf die Jugendlichen.
Sie fragt ebenso, was diese Entwicklung für Eltern bedeutet.
Wie viel Nähe braucht eine Tochter?
Wann braucht sie Abstand?
Wann sollten Eltern eingreifen?
Und wann gehört es zur Entwicklung, dass sie lernen, Unsicherheit auszuhalten und ihrem Kind zunehmend ein eigenes Leben zuzutrauen?
Warum dieses Buch geblieben ist
Erwachsenwerden bedeutet nicht nur, dass ein Kind selbstständiger wird.
Auch die Beziehung zwischen Eltern und Kind muss sich verändern.
Was in der Kindheit Fürsorge bedeutete, kann in der Jugend plötzlich als Einmischung erlebt werden.
Was früher Nähe geschaffen hat, kann beginnen, Autonomie zu begrenzen.
Gerade darin liegt eine der schwierigen Aufgaben von Elternschaft:
verbunden zu bleiben, ohne Entwicklung festzuhalten.
Das Buch verschiebt deshalb den Blick weg von der Frage:
Wie verhindere ich Schwierigkeiten?
Hin zu einer anderen:
Wie begleite ich Entwicklung, ohne sie vollständig kontrollieren zu wollen?
Psychologische Lesespur
Adoleszenz ist eine Zeit der Ablösung.
Doch Ablösung bedeutet nicht Beziehungslosigkeit.
Jugendliche brauchen weiterhin Bindung, Orientierung und verlässliche Erwachsene.
Gleichzeitig müssen sie zunehmend eigene Entscheidungen treffen, Erfahrungen machen und Verantwortung übernehmen.
Für Eltern entsteht daraus eine Spannung.
Sie kennen ihr Kind lange als jemanden, für den sie Verantwortung tragen.
Nun müssen sie Schritt für Schritt akzeptieren, dass dieser Mensch eine eigene Innenwelt entwickelt, die ihnen nicht vollständig zugänglich sein wird.
Vielleicht besteht eine wichtige Entwicklungsaufgabe deshalb auf beiden Seiten.
Die Tochter muss lernen, ein eigenes Leben zu führen.
Die Eltern müssen lernen, dieses eigene Leben entstehen zu lassen.
Lesespuren
Dieses Buch ist ein psychologisches Sachbuch über:
Adoleszenz
Ablösung
Autonomie
Bindung
Elternschaft
Mutter-Tochter-Beziehung
Identität
Freundschaften
Grenzen
Erwachsenwerden
Besonders stark führt Wenn Töchter erwachsen werden zur Frage nach Bindung und Autonomie.
Eine tragfähige Beziehung muss Nähe ermöglichen.
Aber sie muss ebenso Veränderung aushalten können.
Gerade beim Erwachsenwerden zeigt sich deshalb, dass Bindung nicht bedeutet, einen Menschen festzuhalten.
Im besten Fall wird sie zu einem sicheren Ausgangspunkt, von dem aus ein junger Mensch zunehmend eigene Wege gehen kann.
Welche Erfahrung des Lebens macht dieses Buch sichtbar?
Dass Loslassen ein Teil von Beziehung ist.
Kinder werden nicht erwachsen, indem die Verbindung zu ihren Eltern bedeutungslos wird.
Aber die Form dieser Verbindung verändert sich.
Eltern wissen weniger.
Sie entscheiden weniger.
Sie können weniger schützen.
Und irgendwann müssen sie darauf vertrauen, dass vieles von dem, was sie ihrem Kind mitgegeben haben, auch dann trägt, wenn sie nicht danebenstehen.
Vielleicht ist genau das eine der stillsten Zumutungen von Elternschaft:
Einen Menschen viele Jahre beim Wachsen zu begleiten – und gerade deshalb irgendwann Raum dafür zu schaffen, dass sein Leben nicht mehr das eigene ist.
Wenn dich dieses Buch beschäftigt hat
Wenn dich besonders die Spannung zwischen Bindung, Ablösung und dem Entstehen eines eigenen Lebens beschäftigt, könnten von hier weitere Spuren führen:
Das Buch, von dem du dir wünschst, deine Eltern hätten es gelesen — Philippa Perry
Perry richtet den Blick auf Beziehungsmuster zwischen Eltern und Kindern und darauf, wie eigene Erfahrungen die Elternschaft beeinflussen.
Denkspur: Herkunft und Familie
Hier lässt sich weiterverfolgen, wie familiäre Beziehungen Menschen prägen – und wie aus Zugehörigkeit allmählich ein eigenständiges Leben entstehen kann.
Denkspur: Cyclebreaking
Diese Spur wird dort interessant, wo Eltern beginnen zu unterscheiden, was sie aus der eigenen Familiengeschichte weitergeben möchten und was mit ihnen enden soll.
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Herkunft und Familie · Cyclebreaking
Essays zu diesem Buch
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