Wem gehört der Berg? – Über die Illusion, einen Menschen besitzen zu können

25.10.2026

In James Krüss' Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen schließt ein Junge einen ungewöhnlichen Handel. Er verkauft sein Lachen an den geheimnisvollen Baron Lefuet und erhält dafür die Fähigkeit, jede Wette zu gewinnen.

Der Handel scheint eindeutig. Eine Gabe wechselt ihren Besitzer, und der Käufer erhält, was er begehrt. Doch die Geschichte wirft eine Frage auf, die weit über den Gegensatz von Reichtum und Glück hinausführt: Was genau hat Lefuet eigentlich gekauft?

Er besitzt Timms Lachen. Aber besitzt er damit auch das, was dieses Lachen hervorgebracht hat?

Vielleicht beginnt der Irrtum des Barons bereits in dieser Gleichsetzung.

Die Spitze des Eisbergs

Ein Lachen ist sichtbar und hörbar. Es verändert ein Gesicht, erreicht andere Menschen und kann eine Atmosphäre verwandeln. Es ist eine Ausdrucksform inneren Erlebens, aber nicht mit diesem Erleben identisch.

Timms Lachen ist mit einer Geschichte verbunden, mit Erfahrungen von Nähe, Freude und insbesondere mit der Liebe seines Vaters. Diese Bindung lässt sich nicht auf eine körperliche Reaktion reduzieren. Sie gehört zu seiner inneren Welt.

Lefuet kann sich das Lachen aneignen. Er kann seine Wirkung nutzen und damit Menschen für sich gewinnen. Doch der Kauf verschafft ihm keinen Zugang zu den Erfahrungen, aus denen Timms Lebendigkeit erwachsen ist.

Er hat die Spitze eines Eisbergs gekauft und hält sie für den ganzen Eisberg.

Was unter der Wasseroberfläche liegt, entzieht sich seinem Zugriff.

Gerade die Liebe des Vaters macht diesen Unterschied deutlich. Eine verinnerlichte Bindungserfahrung verschwindet nicht zwangsläufig, wenn ihre äußeren Ausdrucksmöglichkeiten verloren gehen. Timm kann nicht mehr lachen, aber daraus folgt nicht, dass er die Fähigkeit verloren hätte, Freude, Zuneigung oder Verbundenheit zu empfinden.

Lefuet verwechselt den Ausdruck mit seinem Ursprung.

Und diese Verwechslung bildet die Voraussetzung für einen zweiten, möglicherweise noch folgenreichereren Irrtum.

Narzisstische Nachbesetzung

Der Baron beschränkt sich nicht darauf, Timms Lachen zu besitzen. Er nimmt Einfluss auf dessen Leben, kümmert sich um ihn und führt ihn in eine Welt ein, deren Regeln er selbst beherrscht.

Lefuet erscheint damit nicht ausschließlich als Gegenspieler. Er kann auch die Rolle eines Förderers übernehmen, eines Mentors, der einem jungen Menschen die Möglichkeiten des Reichtums eröffnet.

Doch Förderung und Vereinnahmung unterscheiden sich nicht allein durch ihre äußere Form.

Ein Mentor unterstützt die Entwicklung einer Persönlichkeit, deren Eigenständigkeit er anerkennt. Wer dagegen im anderen vor allem eine Fortsetzung seiner selbst sieht, kann dieselben Gesten der Fürsorge dazu benutzen, ihn nach den eigenen Vorstellungen zu formen.

In dieser Lesart wird Lefuets Verhalten zu einer Form narzisstischer Nachbesetzung.

Der Begriff bezeichnet hier keine klinische Diagnose, sondern einen literaturpsychologischen Vorgang: Ein Mensch glaubt, durch die Entziehung einer wesentlichen Eigenschaft im anderen eine Leerstelle geschaffen zu haben, die er anschließend mit den eigenen Werten, Methoden und Vorstellungen ausfüllen kann.

Lefuet hat Timms Lachen erworben. Nun könnte er glauben, auch dessen Persönlichkeit neu ausrichten zu können.

Aber seine Voraussetzung ist falsch.

Dort, wo Lefuet eine Leerstelle vermutet, befindet sich weiterhin Timms innere Welt.

Das Kind hat seine Bindungserfahrungen nicht verkauft. Es hat seine Geschichte nicht abgegeben. Der Baron kann über eine Ausdrucksform verfügen, aber nicht über die gesamte Person.

Damit zeigt sich eine grundlegende Grenze narzisstischer Vereinnahmung: Die Vorstellung, einen anderen Menschen vollständig formen zu können, setzt voraus, dass dessen Eigenständigkeit entweder nicht wahrgenommen oder nicht anerkannt wird.

Lefuet will nicht nur etwas von Timm besitzen. Er versucht, darüber zu bestimmen, was aus Timm werden soll.

Sein Problem besteht nicht in mangelnder Macht, sondern in einem unzureichenden Verständnis dessen, worüber Macht überhaupt verfügen kann.

Was der Teufel nicht kaufen kann

Lefuet ist als Teufelsfigur angelegt. Sein Name verweist bereits auf diese Verbindung, und sein Handel folgt einer vertrauten literarischen Tradition: Ein Mensch erhält weltliche Vorteile und gibt dafür etwas preis, dessen eigentlichen Wert er zunächst nicht ermessen kann.

Doch die Geschichte erlaubt auch eine Umkehrung dieser Perspektive.

Vielleicht ist es nicht allein Timm, der den Wert seines Lachens unterschätzt. Vielleicht unterschätzt Lefuet noch viel grundlegender, was ein Mensch ist.

Er kann die Wirkung des Lachens erwerben, ohne dessen inneren Ursprung zu verstehen. Er kann Nähe organisieren, Zuwendung inszenieren und Einfluss ausüben, ohne dadurch jene Liebe hervorzubringen, die sich nicht erzwingen lässt.

In dieser Deutung kennt der Teufel den Besitz, aber nicht die Liebe.

Liebe setzt voraus, dass der andere als eigenständiges Gegenüber bestehen bleibt. Sie kann nicht vollständig kontrolliert werden, ohne ihren Charakter zu verändern. Wer einen Menschen nur unter der Bedingung anerkennt, dass dieser den eigenen Vorstellungen entspricht, begegnet irgendwann weniger dem Menschen selbst als einem gewünschten Bild von ihm.

Der Teufel möchte haben, was nur in einer Beziehung entstehen kann.

Und gerade sein Besitzanspruch hindert ihn daran, den Unterschied zu begreifen.

Das künstliche Horn

Eine verwandte Frage stellt Das letzte Einhorn von Peter S. Beagle.

Mommy Fortuna erkennt das Einhorn, doch sie weiß, dass gewöhnliche Menschen es lediglich für ein weißes Pferd halten würden. Deshalb versieht sie es mit einem künstlichen Horn, damit das Publikum das Einhorn als Einhorn wahrnimmt.

Die Szene besitzt eine eigentümliche Ironie.

Das echte Einhorn braucht ein falsches Horn, um als das erkannt zu werden, was es längst ist.

Sein Wesen bleibt davon unberührt. Das künstliche Horn verändert nicht das Einhorn, sondern die Wahrnehmung der Menschen, die es betrachten.

Hier öffnet sich eine weitere Ebene: Was geschieht, wenn Zuschreibungen nicht dazu dienen, eine Wirklichkeit sichtbar zu machen, sondern sie durch eine fremde Darstellung zu ersetzen?

Menschen können einander Eigenschaften zusprechen, Motive unterstellen und Verhaltensweisen deuten. Sie können aus einzelnen Beobachtungen ganze Persönlichkeitsbilder zusammensetzen. Solche Bilder sind nicht grundsätzlich falsch; ohne Deutungen wäre menschliches Zusammenleben kaum möglich.

Problematisch werden sie, wenn die Deutung gegenüber der Wirklichkeit Vorrang erhält.

Dann muss nicht mehr die Vorstellung am Menschen überprüft werden. Stattdessen soll der Mensch der Vorstellung entsprechen.

Das künstliche Horn wird zum Maßstab, an dem das Einhorn beurteilt wird.

Widerspricht sein Verhalten dem zugeschriebenen Bild, wird nicht unbedingt das Bild korrigiert. Manchmal wird vielmehr das Verhalten neu gedeutet, bis es wieder zur ursprünglichen Vorstellung passt.

So kann ein epistemisches Paralleluniversum entstehen: eine in sich geschlossene Deutungswelt, in der jede Beobachtung nur noch als Bestätigung einer bereits feststehenden Überzeugung zugelassen wird.

Das Bild beansprucht, wirklicher zu sein als der Mensch, den es abbilden soll.

Die Macht der Zuschreibung

Zwischen Lefuets Handel und dem künstlichen Horn besteht ein Zusammenhang.

Lefuet verwechselt den Besitz einer menschlichen Ausdrucksform mit dem Zugriff auf das innere Wesen eines Menschen.

Die Zuschreibung verwechselt die Vorstellung von einem Menschen mit dessen tatsächlicher Identität.

Beide Irrtümer beruhen auf einer ähnlichen Voraussetzung: Ein anderer Mensch wird nicht als eigenständige Wirklichkeit anerkannt, sondern als etwas behandelt, das sich besitzen, formen oder verbindlich definieren lässt.

Dabei kann die Fremddefinition unterschiedliche Gestalten annehmen. Sie kann als Fürsorge auftreten, als Förderung, als Kritik oder als vermeintlich besonders genaue Kenntnis des anderen.

Entscheidend ist nicht, wie freundlich oder überzeugend sie vorgetragen wird, sondern ob sie sich durch das tatsächliche Gegenüber korrigieren lässt.

Wer einem Menschen sagt, was dieser angeblich fühlt, denkt oder beabsichtigt, erhebt einen Erkenntnisanspruch. Ein solcher Anspruch benötigt Gründe. Er wird nicht dadurch wahr, dass er mit großer Sicherheit vorgetragen wird.

Und er wird auch nicht dadurch wahr, dass der andere ihn immer wieder widerlegen muss.

An diesem Punkt entsteht eine eigentümliche Falle.

Sisyphos und die endlose Widerlegung

Sisyphos rollt seinen Stein den Berg hinauf. Kurz vor dem Gipfel entgleitet ihm die Last und stürzt wieder hinunter. Die Arbeit beginnt von vorn.

In der griechischen Mythologie ist diese Wiederholung eine Strafe. Die Götter haben Sisyphos dazu verurteilt, eine Aufgabe zu erfüllen, deren Abschluss ihm dauerhaft verwehrt bleibt.

Das Bild eignet sich auch für Auseinandersetzungen, in denen jede widerlegte Behauptung durch eine neue ersetzt wird.

Eine Zuschreibung wird zurückgewiesen. Es werden Gründe genannt, Tatsachen erklärt und Widersprüche aufgezeigt. Doch anstatt die ursprüngliche Vorstellung zu überprüfen, entsteht die nächste Behauptung.

Die Widerlegung kann vollkommen schlüssig sein und dennoch nichts beenden.

Denn das eigentliche Problem liegt möglicherweise nicht in der Qualität der Argumente.

Es liegt in einem Verfahren, das keine abschließende Widerlegung zulässt.

Wer sich darauf einlässt, kann jahrelang damit beschäftigt sein, eine fremde Vorstellung der eigenen Person zu korrigieren. Die einzelnen Behauptungen wechseln, doch die Rollen bleiben bestehen: Einer definiert, der andere erklärt sich.

Gerade die Fähigkeit, sorgfältig zu argumentieren, kann diese Dynamik unbeabsichtigt verlängern.

Wer eine These widerlegt, setzt zunächst voraus, dass sie als Gegenstand einer gemeinsamen Prüfung behandelt werden kann. Wo diese Prüfung aber keine Veränderung der ursprünglichen Überzeugung bewirken darf, wird Argumentation zur endlosen Arbeit.

Sisyphos rollt nicht deshalb immer wieder von vorn, weil er seinen Stein nicht beherrscht.

Die Wiederholung gehört zur Konstruktion seiner Aufgabe.

Muss man an die Götter glauben?

Albert Camus macht Sisyphos zum Sinnbild des absurden Menschen. In Der Mythos des Sisyphos untersucht er, wie ein Mensch angesichts einer Welt leben kann, die seinem Bedürfnis nach Sinn keine endgültige Antwort gibt.

Sisyphos erkennt die Ausweglosigkeit seiner Lage. Camus entdeckt gerade in diesem Bewusstsein eine Möglichkeit innerer Freiheit.

Doch der Mythos lässt noch eine andere Frage zu.

Warum muss Sisyphos den Stein überhaupt hinaufrollen?

Die naheliegende Antwort lautet: Weil die Götter ihn dazu verurteilt haben.

Aber auch die Götter gehören zur erzählten Welt. Ihre Autorität besteht innerhalb der Voraussetzungen des Mythos.

Wer die Geschichte liest, akzeptiert diese Voraussetzungen vorübergehend, um die Erzählung verstehen zu können. Daraus folgt jedoch nicht, dass jede Autorität, die sich auf eine geschlossene Weltdeutung beruft, auch außerhalb dieser Deutung berechtigt wäre.

Damit verschiebt sich die Frage von der Strafe zu ihrer Legitimation.

Nicht mehr allein: Wie lässt sich die Aufgabe bewältigen?

Sondern: Wer hat das Recht, diese Aufgabe überhaupt zu stellen?

Für das menschliche Zusammenleben ist diese Unterscheidung entscheidend.

Macht kann reale Folgen haben, auch wenn ihr Wahrheitsanspruch unbegründet ist. Ein Mensch kann durch fremde Behauptungen verletzt, eingeschränkt oder zu einer Verteidigung gezwungen werden, ohne dass diese Behauptungen deshalb zutreffen.

Die Zurückweisung einer fremden Autorität beseitigt nicht automatisch deren Handlungsmöglichkeiten.

Aber sie verändert etwas Grundlegendes: den Anspruch, mit dem eine fremde Deutung als verbindliche Wahrheit über einen Menschen auftreten darf.

Nicht jede Abgrenzung ist Opposition

Wer eine fremde Definition seiner Person zurückweist, wird leicht als widerspenstig verstanden. Die Ablehnung erscheint dann als bloße Gegenbewegung, als Trotz oder als Unfähigkeit, sich einer Autorität unterzuordnen.

Doch darin liegt eine weitere Verwechslung.

Es ist ein Unterschied, ob jemand sagt: "Ich bin das Gegenteil von dem, was du behauptest", oder ob er fragt: "Weshalb sollte deine Behauptung überhaupt darüber entscheiden dürfen, wer ich bin?"

Im ersten Fall bleibt die fremde Definition der Ausgangspunkt. Das eigene Selbstverständnis entsteht in Abgrenzung zu ihr.

Im zweiten Fall wird die Berechtigung der Fremddefinition selbst infrage gestellt.

Das ist nicht zwangsläufig Opposition. Es kann Ausdruck einer bereits vorhandenen inneren Orientierung sein.

Hier berührt die Frage Carl Gustav Jungs Begriff der Individuation. Individuation bedeutet nicht, zum Gegenteil einer prägenden Bezugsperson zu werden. Sie bezeichnet einen Prozess, in dem ein Mensch sich zunehmend mit der Eigenständigkeit und Vielschichtigkeit seiner eigenen Psyche auseinandersetzt.

Die Ablehnung einer fremden Zuschreibung kann dazu gehören. Sie ist aber nicht mit dem gesamten Prozess identisch.

Entscheidend ist, ob ein Mensch seine Identität ausschließlich aus dem Widerstand gegen andere gewinnt oder ob er über eigene Erfahrungen, Werte und Bindungen verfügt, die unabhängig von diesem Widerstand Bedeutung besitzen.

Damit kehrt der Gedanke zu Timm Thaler zurück.

Timms innere Welt entsteht nicht erst im Kampf gegen Lefuet. Die Liebe seines Vaters gehört bereits zu seiner Geschichte, bevor der Baron in sie eingreift.

Lefuet kann diese Geschichte nicht ungeschehen machen.

Was unter der Wasseroberfläche bleibt

Der Versuch, einen Menschen nach fremden Vorstellungen zu formen, kann tiefgreifende Folgen haben. Zuschreibungen können verunsichern, Beziehungen beschädigen und sogar in das Selbstbild eines Menschen eingehen.

Aber das ist keine zwangsläufige Entwicklung.

Ein Mensch kann fremde Behauptungen zurückweisen, ohne sie jemals als Wahrheit über sich anzunehmen. Er kann Verhaltensweisen übernehmen, ohne die Weltanschauung der Person zu übernehmen, von der er sie gelernt hat. Er kann durch eine Beziehung geprägt werden, ohne mit dem Bild identisch zu werden, das diese Beziehung ihm auferlegt.

Gerade deshalb ist es wichtig, zwischen Einfluss und Identität zu unterscheiden.

Nicht alles, was einen Menschen beeinflusst, definiert ihn.

Nicht alles, was ihm genommen wird, vernichtet seinen inneren Ursprung.

Und nicht jede Macht, der er ausgesetzt ist, besitzt deshalb auch die Autorität, über sein Wesen zu urteilen.

Lefuet besitzt Timms Lachen. Das künstliche Horn verändert die Wahrnehmung des Einhorns. Sisyphos rollt einen Stein, dessen Wiederkehr bereits in seiner Strafe vorgesehen ist.

Alle drei Bilder kreisen um die Frage, wie weit eine fremde Ordnung über einen Menschen verfügen kann.

Der Baron glaubt, mit dem Lachen auch dessen Ursprung erworben zu haben.

Eine Zuschreibung beansprucht, die Wirklichkeit eines Menschen verbindlich abzubilden.

Und Sisyphos' Strafe setzt voraus, dass die Autorität der Götter innerhalb seiner Welt nicht zur Disposition steht.

Doch außerhalb des Mythos lassen sich die Voraussetzungen solcher Ordnungen hinterfragen.

Vielleicht beginnt Freiheit nicht immer damit, eine fremde Behauptung endlich überzeugend zu widerlegen. Vielleicht beginnt sie manchmal mit der Erkenntnis, dass nicht jede Behauptung das Recht besitzt, eine lebenslange Verteidigung auszulösen.

Der Stein muss nicht deshalb weitergerollt werden, weil er einmal vor den eigenen Füßen lag.

Und das Einhorn muss nicht sein Leben damit verbringen, über das künstliche Horn zu diskutieren.

Lefuet hat die Spitze des Eisbergs gekauft. Unter der Wasseroberfläche liegt weiterhin, was er weder geschaffen noch verstanden hat.

Vielleicht ist das der grundlegende Irrtum jeder Vereinnahmung: Sie hält die Macht über das Sichtbare für die Macht über das Ganze.

Und während sie noch versucht, das Wesen eines Menschen nach ihren Vorstellungen zu ordnen, übersieht sie, dass dieser Mensch niemals aufgehört hat, eine eigene Wirklichkeit zu besitzen.

Der Eisberg bleibt.

Die Titanic fährt weiter.

Und der Berg gehört vielleicht niemandem, der das Recht hätte, einen anderen Menschen hinaufzuschicken.

Bild: Tizian (Tiziano Vecellio): Sisyphos, um 1548–1549. Öl auf Leinwand. Museo Nacional del Prado, Madrid. Wikimedia Commons / Public Domain.

Quellen und literarische Bezugstexte

James Krüss: Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen (1962).

Peter S. Beagle: Das letzte Einhorn (1968).

Homer: Odyssee, 11. Gesang – Sisyphos in der Unterwelt.

Albert Camus: Der Mythos des Sisyphos (1942).

Carl Gustav Jung: Die Beziehungen zwischen dem Ich und dem Unbewussten (1928) – zum Individuationsprozess.

Regal

1 – Ich

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